Zutaten für 4 Portionen:

800 gManiok /Yuca, geschält und Stücke geschnitten
5Knoblauchzehe(n)
1 Stange/nStangensellerie, feingehackt
Salz
Für die Sauce: (Salsa Rosada)
150 gMayonnaise
150 gKetchup
Für das Dressing:
100 mlOlivenöl
2Knoblauchzehe(n), fein gehackt oder durchgepresst
1 ELPetersilie, fein gehackt

Verfasser:
roadside

Die Bewohner Amerikas hatten ihre wertvollsten Schätze “Pachamama”, der Mutter Erde, anvertraut: Gold, Silber, Kartoffeln und Maniok/Yuca. Während die Spanier das Gold schneller versilberten als sie es aufspüren konnten und demzufolge die erste Serie von Staatsbankrotten hinlegen mussten, wurde die Kartoffel vom quarzigen “Alten Fritz” in der Brandenburgischen Streusandbüchse heimisch gemacht und zu “Pommes Fritz” vergoldet. Und der Maniok? Er wurde bis heute übersehen…

Wenn die Touristen an Maniokpflanzungen vorbeifahren, dann denken sie eher an eine verwilderte Festland-Mangroven-Parodie. Spillerige Äste mit ein paar Alibiblättern bilden ein fadenscheiniges, wenig attraktives Geflecht, das keiner Beachtung würdig erscheint. In Konkurrenz zu Orchideen, Bananenstauden, Helikonien, Ginger, Croto, Palmen und anderen tropischen Wundern ist der Maniok der reinste Durchfall. Bildlich gesprochen.

Dabei steht die Wunderwurzel auf dem Neuen Kontinent in ernsthafter Konkurrenz zur Kartoffel und findet ganz ähnliche Zubereitungsarten. Gekocht, mit geklärter Butter übergossen und begleitet mit Carne do Sol ist sie in Brasilien jeder Kartoffel vorzuziehen, in Eintöpfen behauptet sie eine eigenständige Position und wird keineswegs als Stellvertreter wahrgenommen, mit Mojo, einem Zitrusdressing, übergossen ist Yuca einfach “fingerlicking good” und als Yuca Frita sind sie die “anderen Fritten”. Neugierig oder schon überzeugt?

Machen wir den Versuch. Die Maniok-/Yucawurzel schälen, grob in frittenlange Stücke zerteilen und zusammen mit den Knoblauchzehen und dem Stangensellerie in Salzwasser ca. 25-30 Minuten kochen. Die Yuca soll weich sein, aber nicht zerfallen. Ganz ähnlich wie bei gekochten Kartoffeln.

Die gekochten Maniokstücke nun zu Fritten schnitzen. Dabei auf den Kern der Maniokwurzel achten, der sich farblich leicht vom übrigen weißen Fleisch der Wurzel unterscheidet und in der Regel faserig ist. Diesen, wenn möglich, gleich herausschneiden, weil er später eh nur stören würde. Obwohl die Fasern gerne zwischen den Zähnen hängenbleiben, bilden sie nur einen unzureichenden Ersatz für Zahnseide.

In einem zweiten Arbeitsgang werden die Yuca-Fritten in Öl frittiert. Mit dem Schaumlöffel herausheben, auf Haushaltspapier auslegen und sofort salzen.

Yuca Frita isst man als Beilage zu Fleischgerichten, aber ebenso häufig als kleinen Snack zum Sonntagnachmittagsbier. Die drei beliebtesten Yuca-Frita-Saucen sind Mayonnaise (weiß), Ketchup (rot) und Salsa rosada, was einfach Mayonnaise und Ketchup halb und halb vermischt ist. Als Alternative kann ich ein Dressing aus Olivenöl, Knoblauch und Petersilie anbieten. Das Bier dazu ist immer eiskalt.

Bevor man zulangt, sollte man sich zurücklehnen und das Stillleben in Gold in sich aufnehmen. Dabei wird einem die Tragik des spanischen Eroberers bewusst werden, der, von Blindheit geschlagen, nicht erkannte, dass Gold in seiner wertvollsten Form ess- und trinkbar ist.

Arbeitszeit:ca. 10 Min.
Koch-/Backzeit:ca. 40 Min.
Schwierigkeitsgrad:simpel
Kalorien p. P.:ca. 826